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  • Thomas Grassmann 18:29 am 8. December 2015 Permalink | Antworten  

    DV4mini – der Alleskönner 

    Seit ein paar Tagen ist es nun wahr – ich bin stolzer Besitzer eines DV4mini USB Stick. Eine wirklich universelle Komponente zur Realisierung eines multifunktionalen, digitalen Hotspots. Schwer zu bekommen – fast so schwer wie die bisherigen Komponenten der DVRPTR-Entwicklergruppe der OM’s DG8FAC … Hardware und Fertigung, DG1HT … Netzwerk und DMR und DJ0ABR … Software und Vertrieb.
    Neu ist auch der Vertriebskanal.  Nachdem die PIPEmsg, die die  bisherigen Komponenten vertrieben hat, aus dem Geschäft zurück gezogen hat, hat Kurt, DJ0ABR den Vertrieb mit seiner Unternehmung HELITRON selber übernommen.
    Die Lieferung erfolgt dann, nachdem die Komponente wieder verfügbar war, schnell und zuverlässig.

    Lange war ich traurig, dass die Weiterentwicklung der DVRPTR-Komponente, welche ja zunächst mit einer modularen Transceiver-Stufe geplant war, nicht verwirklicht wurde. Nun hat man Nägel mit Köpfen gemacht.

    D-Star, DMR, c4FM-Fusion, P25, DPMR + 70 cm TRX mit 12 mW PEP, alles auf Fingernagelgröße
    Der Preis ist, gemessen an der Leistung, die die Beschreibung des unscheinbaren USB-Stick verspricht, mit < 100 Euro, überschaubar.
    Der Stick kommt mit zwei Anschlüssen aus. Dem USB-Anschluss und einem SMA-Anschluss für die Antenne. Das war’s auch schon.
    Diese Tatsache verrät, dass die Komponente zum sinnvollen Betrieb einen Rechner mit entsprechender Software benötigt.
    Eine Reihe nötiger Module, die zuvor feste Bestandteile früherer Entwicklungen waren, wie z.Bsp. die Netzwerkkomponente, sind wieder in den Rechner gewandert. Auf einen AMBE-Chip zur Sprachdekodierung hat man ganz verzichtet. Der Stick benötigt also zum Betrieb auf jeden Fall ein Sprechfunkgerät mit digitalen Fähigkeiten.
    Einstellungen am Stick selbst sind nicht mehr erforderlich, aber auch gar nicht mehr möglich.

    Zielgruppe: DV-Funker ohne Repeater-Anbindung
    Wer aber soll nun den neuen Stick sinnstiftend einsetzen? Die Zielgruppe ist über die Funktionsmöglichkeiten des Stick klar vorgegeben.
    Alle Funker, die über ein DV-Funkgerät verfügen und bisher nur schwer die Möglichkeit hatten am weltweiten digitalen Funkverkehr teil zu haben, haben nun mit dieser hoch flexiblen und universellen Komponente die passende Eintrittskarte für den weltweiten  Digitalfunkverkehr und zwar unabhängig davon, in welcher digitalen Welt sie sich bewegen. Das ist neu!

    Miniaturisierung ist Trumpf
    Der DV4mini besticht durch seine nicht vorhandene Größe. Nicht viel größer als ein handelsüblicher USB-Speicherstick, findet er Platz an nahezu jeder Schnittstelle. Dabei ist es unerheblich, an welchem System der Stick betrieben werden soll.
    Einzig die iOS-Welt von apple bleibt ihm verschlossen.

    Software für fast alle Betriebssysteme
    Der ungeduldige OM ohne umfassende Computerkenntnisse wählt den Betrieb am heimischen PC oder Notebook, welche ja zumeist mit Microsoft Betriebssystemen ausgestattet sind. Hier gibt es sogar noch Treiber für das mittlerweile angestaubte Microsoft-XP, auf das allerdings noch viele OM’s schwören, weil eine ganze Reihe bewährter Afu-Software-Pakete seit Jahren störungsarm ihre Dienste versehen.
    Aber auch für die nachfolgenden Generationen der Betriebssysteme aus Redmond gibt es die passende Software. Eine mögliche und gute Quelle für die nötige Software ist ist die Webseite: http://dv4m.ham-dmr.ch/
    Hier navigiert man einfach durch die Verzeichnisstruktur und holt sich die, für die jeweils vorhandene Rechnerinfrastruktur passenden Pakete per Download.

    Die kleinen Abmessungen des Sticks und seine geringe Stromaufnahme schreien allerdings geradezu danach, sich für einen Betrieb mit einem kleinen Rechner zu entscheiden. Auch hierfür gibt es einige Möglichkeiten, wie z. Bsp. ein Raspberry Pi, ein Banana Pi oder ein Odroid Einpatinenrechner, die alle mit einem ARM-Prozessor ausgestattet sind.
    Von den Entwicklern wird mindestens ein Zweikernprozessor empfohlen um die nötige Software sicher und zuverlässig zu verarbeiten.

    Die wunderbare Welt des LINUX
    Nachdem der Raspberry Pi in den letzten Jahren einen wahren Hype bei Bastlern. „Makern“ und Computerinteressierten ausgelöst hat, war die Anschaffung eines Raspberry Pi 2 Mod B die Entscheidung der Wahl für mich. Die mitbestellte SD-Nano-Card mit vorinstalliertem Noobs brachte mich aber zunächst nicht wirklich weiter. Der Ergeiz war nicht, Grundkenntnisse in der Anwendung von LINUX zu erwerben, bzw. mir alle nötigen Komponenten selbst und in mühevoller Arbeit auf die SD-Card zu installieren, sondern möglichst schnell mit der DV4minni „in der Luft“ zu sein.
    Aber auch hier gab es die Lösung und das Zauberwort war „Image-Datei“. Mit ein paar wenigen Hilfsprogrammen wie z. Bsp. WIN32DiskImager wurde aus den verfügbaren downloads der passenden Image-Files eine bootbare SD-Nano-Card erzeugt, die alle nötigen Programme zum Betrieb der DV4mini direkt schon „on board“ hatten. Image auf die Karte gebruzelt – Karte in den Pi – Stromversorgung an die Platine gelegt und schon war man mittendrin in der digitalen Funkwelt!

    Wenn klein, dann aber richtig!
    Am heimischen TV mit HDMI-Eingang ging’s dann auch schon richtig gut, wenn mir auch die kritischen Blicke der XYL sicher waren, verbunden mit der Frage „Soll das jetzt etwa so bleiben?“ Es sollte natürlich nicht!
    Das kleine Keyboard mit Touch-Pad funktionierte per Bluetooth auf Anhieb und in weiser Vorausschau hatte ich mit dem kleine RasPi ein 3,5″ TFT-Display mit geordert, welches den 48″-TV hoffentlich entsprechend funktionell ersetzen sollte.

    Hier der Aufbau mit allen Komponenten. Die Netzwerkverbindung realisiert ein EDIMAX USB-Stick. Dieser lief mit dem Image von Klaus auf Anhieb im hauseigenen WLAN einer Fritz.Box.

    DV4mini_Aufbau

    … und dann doch noch in die „Niederungen“ von LINUX
    Dem kleinen Display von Tontec war eine zweiseitige Anleitung zum Anschluß und zur Inbetriebnahme auf dem Board beigefügt. Die erste Hürde war dann schon mal: Wo genau wird die Buchsenleiste des Displays auf die GPIO-Steckerleiste des RasPis gesteckt? Es gibt deutlich mehr Stecker auf dem Board als Buchsen auf der Anschlußseite des Displays. Und keine Erklärung in der Anleitung!
    Die Recherche auf dem Schaltplan des RasPi brachte die Erkenntnis. Die Masse auf der GPIO-Leiste sollte auf die Masse des Displays kommen – damit war klar, wie das Display zu stecken ist.
    Nun ging es weiter: Ersteinmal ein Update der nötigen Programmteile auf dem RasPi machen und sich mit dem Befehl sudo gefolgt von apt-get update im Komandofenster des LXTerminals  in die wunderbare Welt des LINUX begeben.
    Ich war stark an meine MS-DOS-Tage erinnert, die ich schon fast gänzlich vergessen hatte.
    Die Installation des 3,5″-Display von Tontec war gut dokumentiert und nach 30 min. waren die nötigen updates gemacht und die notwendigen Config-Files angepasst.
    Das Display funktionierte auch auf Anhieb gut aber die Darstellung des Control Centers des DV4mini benötigte deutlich mehr Platz als die 480×320 Pixels des Displays in der Lage waren darzustellen.
    DL5KV hatte aber schon die Lösung parat – er hat eine grafisch abgespeckte Version des ControlCenters entwickelt, welche speziell auf die verfügbare Auflösung der kleinen Displays angepasst ist.

    Hier die erste Maske zur Einstellung der Grundkonfiguration.

    DV4mini-compact

    Kleines Display – kleines Control Center für den DV4mini
    Also das ganze nochmal von vorn.  Klaus bietet – Gott sei Dank – auf seiner Webseite ein passendes RasPi-Image für ein 3,5″ Display der Firma Waveshre an. Hat man nicht den selben Typ von Display, empfiehlt es sich, das Image der Compact-Version mit der HDMI Funktionalität zu wählen und die nötigen Anpassungen für das verwendete Display dann zu Fuß zu machen.
    Also: passendes Image laden, bootfähige SD-Nano-Karte erzeugen, Updates herunterladen und installieren und die Konfiguration für das Display nochmals für diese Installation durchführen.
    … und siehe da – nach nochmals der einen oder anderen Stunde am PC und am LX-Terminal des RasPi war auch das geschafft.
    Der DV4mini läuft mit der kompakten Version des Control Centers und alle nötigen Funktionen sind übersichtlich und gut zugänglich auch auf dem 480x310er Display dargestellt, einstell- und bedienbar.

    Fazit
    Die DV4mini ist eine tolle Sache und fast ein Muss für alle Besitzer eines digitalen Handsprechers, ganz egal, zu welcher Fraktion von Digitalfunker sich  der einzelne hinzurechnet.
    Ob D-Star, DMR, 4CFM oder DPMR als z. Zt. noch Testbetriebsart in der Betaversion  des aktuellen Control Centers, der DV4mini erfüllt nahezu alle Anforderungen eines leistungsfähigen Hotspots.
    Die 12 mW max. ERP des eingebauten TRX, die in 10 Stufen auch noch auf ein paar  Mü-Watt heruntergeregelt werden kann, sind für den Hausgebrauch mehr als ausreichend. Im Gegenteil; ich hatte im Vergleich mit meinem FT817 TRX von YAESU bei der minimal einstellbaren Leistung von 500 mW PEP an einer Dummyload eher das Gefühl, mehr mit dem Thema Mehrwegeausbreitung kämpfen zu müssen als beim Betrieb mit dem DV4mini-Stick und der deutlich geringeren Sendeleistung.
    Über Erfahrungen mit der DV4mini in Verbindung mit einem PC/Notebook kann ich nicht berichten, finde aber, dass der Einsatz mit einem kleinen LINUX-Rechner im Scheckkartenformat seinen ganz eigenen Reiz hat.
    Mein nächster Schritt ist, mir eine Umgebung zu basteln, in der es möglich ist, den RasPi von meinem iPad auf der Grafikoberfläche fern zu steuern. Dann sollte auch das originäre Control Center von Kurt, DB0ABR wieder funktionieren.
    Man darf auch gespannt sein, welche Erweiterungen der Software es noch geben wird und welche OM’s mit dem nötigen Know How, sich animiert fühlen, rund um diese interessanten Komponenten noch weitere neue Anwendungen und Möglichkeiten der Verwendung zu entwickeln.

    vy 73 – Thomas / DG8SF – Stand Dez. 2015

     
  • Hermann Schumacher 16:25 am 6. December 2015 Permalink | Antworten  

    DB0ULM ist leider bis auf Weiteres außer Betrieb.

     
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