DVRPTR V3 – modular, bunt und schon ein Auslaufmodell 

Ja, die Entwicklung der DVRPTR-Boards war konsequent und beeindruckend. Was engagierte OM’s da auf die Beine gestellt haben, verdient allen Respekt. Jede Version der DV-Boards brachte Neuerungen und Features, die die bisherigen Boards nicht bieten konnten.
Bereits bei der Einführung der Version V1 war allerdings auch von einer TRX-Platine die Rede, die mit kleiner Leistung (max. 1 Watt) in der Lage sein sollte, das Board zu einem eigenständig funktionierenden D-Star Dualband-Transceiver zu machen. Toll – das wär’s gewesen.

Aber dazu später – schauen wir uns doch zunächst erst mal die Version 3 an:

Durch und durch modular

Die Idee, die Boards und ihre Funktionen zu trennen war konsequent und wurde in der Version 3 gut gelöst. Die Hauptplatine wurde dadurch nicht kleiner, aber der interessierte OM ist nun in der Lage, das Board ganz nach seinen Erfordernissen auszustatten. Sollte das Gerät nur in der Konfiguration für einen einfachen stand-alone-Repeater verwendet werden, kommt man mit der Basisplatine hin. Ein AMBE-Chip ist ja zum Durchleiten des digitalen Datenstroms nicht unbedingt erforderlich. Sollte es dann doch noch eine Anbindung ins D-Star Netzwerk sein, ohne das ein über die USB angeschlossener Rechner zum Einsatz kommt, kann die Netzwerkkomponente nachträglich installiert werden. Und möchte man die V3 dann noch in Verbindung mit einem 9k6-fähigen TRX zum eigenständigen D-Star Funkgerät ausbauen, dann rüstet man eben auch noch das AMBE-Board nach.
Die dritte Komponente, das OLED-Display, größer als bei der V2 und in bunt, gehört zur Standardausrüstung, ist aber auch als Einzelkomponente auf die Hauptplatine aufzusetzen.

Auf dem folgenden Foto sehen wir OM Alec, G4PEC in seinem YOUTUBE-Video beim Auseinanderbauen der V3 Einheit. In seiner Hand hält er die OLED-Platine, links vor der Hauptplatine liegt das Ethernet-Board der Netzwerkkomponente und rechts daneben das AMBE-Board für die digitale Sprachcodierung.

Module im Zusammenbau

Beim Einschalten verhält sich das Bord genauso wie die V2. Die zuletzt eingestellt Betriebsart wird wieder aktiv und die Einheit ist sofort betriebsbereit.

Eindrucksvoll das große Farbdisplay mit Begrüßungsgrafik.

DVRPTR_V3_Front

Alles so schön bunt hier!
Das im Vergleich zur V2 deutlich größere OLED-Display ist nun auch farbig und hat folgende Parameter zu bieten: 160 x 128 Pixel 262 000 Farben, 40 x 30 mm mit 1,8“ Diagonale.
Die Front ist im Vergleich zur V2 auch deutlich „aufgeräumter“ und hat neben dem großen Farb-OLED-Display nur noch den bewährten Dreh-Drückschalter und die RJ45-Mikrofonbuchse zu beherbergen.

Die Tatsache, dass man sich entschlossen hat, die Alufront- und Rückseitenplatten durch gebürstetes V2A-Material zu ersetzten, hat der Optik des Gerätes sehr gut getan. Die Anpassung an nahezu jedes Mikrofon mit RJ45-Anschluss ist über ein frei zu konfigurierendes Patchfeld auf der Hauptplatine sehr einfach möglich. Mein eingesetztes YAESU MH-31 Mike konnte 1/1 durch verbunden werden.

Es fällt auch auf, dass die gelieferten Bauteile sehr maßhaltig und präzise gefertigt sind und der Zusammenbau der Platinen und Gehäuseteile sehr einfach und leicht von statten geht. Lediglich dem Ausschnitt für das Display hätte man ein bis zwei Millimeter mehr spendieren können.
Dafür enthält das Display, egal in welcher Betriebsart die V3 betrieben wird, alle wichtigen Informationen auf einen Blick, vorausgesetzt, man hat die passende Sehhilfe zu Hand. 😉

Hier in der Betriebsart „DV-TRX + AMBE“, in Verbindung mit meinem FT-857 im PKT-Mode ein vollwertiger D-Star Transceiver.

DVRPTR_V3_Front_2

Fernbetrieb via Netzwerk kein Problem
Alle Parameter der Platine lassen sich problemlos über den Dreh-Drückschalter konfigurieren. Es braucht also nicht unbedingt eine Verbindung zum Rechner um die wichtigen Parameter einzustellen. Es darf aber hier auch angemerkt werden, dass die Control-Center-Software auch mit der V3 ganz hervorragend funktioniert und alle Einstellungen sehr bequem mittels der übersichtlich gestalteten Menüs vorgenommen werden können.

Ist das Board mit der Netzwerkkomponente ausgestattet, kann die Software des Control-Center auch mittels TCP/IP mit dem Board kommunizieren. Das ist dann ganz angenehm, wenn der Rechner sich nicht in USB-kabelweite vom Gerät befindet und mit dem selben Netzwerk wie die V3 verbunden ist. Das Control-Center findet die V3 auch automatisch. Zusätzlich gibt es auch noch einen kleinen Bruder der Control-Center Software. Die DV-Remote Software liest den aktuellen Status des Boards aus und erlaubt die wesentlichen Einstellungen im Betrieb mit den DCS-Reflektoren.
Schade ist lediglich, dass beim Zugriff auf des Board keine Authentifizierung vorgesehen wurde. In einem hauseigenen Netzwerk kann man das verkraften. Hängt das Board allerdings in einem größeren Netzwerk (Schule, Universität o.ä.), so kann dieser kleine Mangel schnell zum Problem werden und man verzichtet dann doch lieber auf den Betrieb mittels Netzwerkkomponente.
Schön aber ist auf jeden Fall der integrierte kleine Web-Server, der bei Netzwerkbetrieb und Anwahl der IP der V3 über einen Browser hilfreiche Links sowie Informationen zum aktuellen Status des Boards ausgibt.

Web_Server_DVRPTR_neu

Firmeware-Updates leicht gemacht

Es gab Zeiten, da war das Updaten der Firmware für die eingesetzten Micro-Controller der ersten Generationen der DVRPTR-Boards ein kleines Abenteuer. BootLoader-Programme waren zu starten und mittels mehr oder wenig kryptischen Befehlen zum Leben zu erwecken mit dem Ziel, dem Board die neue Firmware einzuhauchen. Das war spannend und nicht jeder Versuch von Erfolg gekrönt. Über das Netzwerk ist das nun geradezu ein Kinderspiel. Die Modem-Komponente zuständig für Repeater, Hotspot, Mikrofon und Lautsprecher benötigt lediglich den Pfad zur aktuellsten Firmware und schon ist alles erledigt.
Für das Update der Firmware der Netzwerk-Komponente, die alle Netzwerkfunktionen, PC Anbindung und das Gateway zum Reflektor steuert, ist ein kleiner Umweg über die Installation eines Programms von Texas Instruments zu nehmen. Die Bedienung des Programms ist durch die „sprechende“ Oberfläche allerdings auch kein Hexenwerk.
Alles dies ist nun auch sehr schön in den verfügbaren Handbüchern zu den einzelnen Komponenten dokumentiert. Hier bleibt kein Wunsch und fast keine Frage mehr offen.
Möchte man immer „auf der Höhe der Zeit“ sein, empfiehlt sich die Anmeldung bei YAHOO-Groups, um sich in der entsprechenden DVRPTR-Gruppe (http://groups.yahoo.com/group/DVRPTR/join) mit den jeweils aktuellsten Daten und Informationen zu versorgen. Hier gibt es auch das eben angesprochene Handbuch zur V3.

Fazit
Alles in allem kann gesagt werden, dass die DVRPTR-Entwicklergruppe ganze Arbeit geleistet hat. Für diejenigen, die sich eingehender mit D-Star und seinen Möglichkeiten beschäftigen möchten, sind die DVRPTR-Komponenten eine lohnende Investition.
Schade, dass die Entwickler der iTRX-Komponente ihr gestecktes Ziel nicht erreichen konnten. Die Hindernisse zur Bewältigung der EMV-Probleme in Zusammenspiel der komplexen Komponenten waren wohl doch zu hoch. Nah dran waren Sie ja wohl. Die Einstellung der iTRX-Parameter sind im Handbuch der DVRPTR-V3 bereits erklärt.

Die V3 ist z.Zt. noch über die Seite http://shop.dvrptr.de zu bestellen. Am letzten Gransberg-Treffen der D-Star Interessierten im Juni diesen Jahres war allerdings zu hören, dass die V3 bereits ein Auslaufmodell ist. Die Entwicklergruppe arbeitet bereits an einem neuen Projekt. Einer TRX-Dongel-Lösung, die dann aber wohl die „Intelligenz“ des Boards in den wesentlichen Komponenten wieder in einen Rechner verlagert. In Zeiten von Rasberry-Pi, Arduino & Co. vielleicht gar keine so schlechte Idee. Wir werden sehen.

Wer noch sehen möchte, wie einfach man eine V3-Einheit zerlegen und wieder zusammenbauen kann, schaut sich das sehenswerte 11-minütige Video von Alec, G4PEC an. Hat man das getan, bietet YOUTUBE noch eine Reihe anderer Videos rund um die DVRPTR-Familie im rechten Vorschaufenster an – Viel Spaß beim Anschauen und vielleicht demnächst mal via QSO über D-Star.

Vy 73 de Thomas / DG8SF

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