Eigener Einstieg ins D-Star-Netz – der HotSpot mit DV-RPTR-Platine

Nicht immer hat man die Möglichkeit, einen D-Star Umsetzer als Einstieg in das D-Star-Netz zu nutzen. Vielleicht müsste man dazu einen hohen Aufwand mit speziellen Antennen oder großer Leistung treiben und das ist nicht immer möglich oder auch nicht unbedingt gewünscht. Die Lösung kann der Aufbau eines eigenen Einstiegpunktes ins D-Star-Netz, eines so genannten HotSpots sein. Wir kennen diese Technologie in Verbindung mit dem Internet und dem WLAN, das ja auch nichts anderes ist,als ein Einstieg in das Internet unter Nutzung einer Funkstecke vom Computer zum WLAN-Router. Ganz ähnlich funktioniert der Aufbau für einen D-Star-HotSpot.

Komponenten eines D-Star HotSpot mit DV-RPTR Platine

Bild1: Komponenten eines D-Star HotSpot mit DV-RPTR Platine

Diese Komponenten (Bild 1) werden dazu benötigt:

  • Ein D-Star-fähiges Funkgerät (IC-E92D, ID-31E, IC-2820, etc.)
  • Ein MODEM – hier die DV-RPTR-Platine
  • Ein 9k6-fähiges Funkgerät – hier ein FT-817 welches im 9k6-PKT-Mode betrieben wird
  • Einen Computer mit USB-Schnittstelle, auf dem die Control-Center Software für das DV-RPTR-Board betrieben wird und der über einen Zugang ins Internet verfügen muss

Herzstück der benötigten Komponenten ist die DV-RPTR-Platine (Bild 2), zu deren Lieferumfang gehören die Kabel für die gezeigte Konfiguration und passen, ohne Änderungen in die DATA-Buchse des FT-817. Die Installation der benötigten Komponenten ist also denkbar einfach.

DV-RPTR-Platine

Bild2: DV-RPTR-Platine

Parallel zum Funkgerät muss auch die DV-RPTR-Platine noch mit 12 Volt versorgt werden. Eine Versorgung nur mit der Spannung aus der USB-Schnittstelle ergibt keinen sicheren Betrieb und sollte vermieden werden. Hierzu wäre auch eine Modifikation der Platine erforderlich.Die jeweils aktuellen Softwarekomponenten für den Betrieb der DV-RPTR-Platine holt man sich aus einer Yahoo-News-Group (Link siehe unten), bei der man sich zuvor einfach als User registrieren lassen muss. Die benötigte Software besteht aus: der Firmware für die Platine (braucht nicht installiert zu werden) der Treibersoftware für Windows der Control-Center Software für Windows oder LINUX einer Datei mit den Daten der unterschiedlichen Sprachversionen und den Sound-Files für die unterschiedlichen Ansagetexte der DV-RPTR-Platine

Hier nun der reale Aufbau der Komponenten, bei dem die DV-RPTR-Platine (Bild 3) das Herzstück darstellt. Hier wurde eine Konfiguration gewählt, die ganz ohne Netzteil auskommt. Dabei versorgt eine 12 Volt Bleigelakku mit 9 AH das Funkgerät und die DV-RPTR-Platine.

Als Rechner kommt ein SAMSUNG Netbook mit einem Atom N130 Prozessor (1.6 GHz Takt, 1 GByte RAM) zum Einsatz, der die Aufgabe ohne Probleme meistert. Die benötigte Rechenleistung ist sehr bescheiden, da die Hauptarbeit auf der DV-RPTR-Platine erledigt wird.

Der HotSpot mit allen Komponenten netzautarg im Einsatz

Bild3: Der HotSpot mit allen Komponenten netzunabhängig im Einsatz

Bei genauem Hinsehen kann man die benötigte Rechenleistung auf dem gestarteten Taskmanager-Fenster am rechten Rand des Bildschirms während eines laufenden QSO’s sehen. Diese liegt unter 10% – kann also fast vernachlässigt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die eingesetzten Funkgeräte in der kleinsten Leistungsstufe betrieben werden können. Bei den einsetzten Geräten sind dies beim FT-817 100 mW und beim IC-E92D die Stufe SLO mit 100 mW. Mit diesen Einstellungen kann bequem im und rund ums Haus gearbeitet werden. Dabei reicht es i.d.R. auch aus, die Funkgeräte mit kleinen „Dummyload“-Antennen zu bestücken.Sind die Komponenten zusammengesteckt, muss noch ein wenig Software installiert werden. Zuerst ist die Treibersoftware für die DV-RPTR Platine zu installieren, damit der Rechner die Platine erkennt und ihr eine virtuelle COM-Schnittstelle zuweist, über die dann die Kommunikation zwischen dem PC und der Platine abgewickelt wird. Die Installation der Treiberdatei – diees auch in der Yahoo-Newsgroup gibt (Link siehe unten) – sollte passieren, bevor man die Platine per USB-Kabel mit dem Rechner verbindet. Im Gerätemanager kann man dann kontrollieren, ob die Platine sauber identifiziert wird und welche COM-Schnittstelle ihr zugewiesen wurde.

Jetzt wird die Software für das Control-Center und die Soundfiles für die Ansage-Prompts der Platine auf den Rechner in ein gemeinsames Verzeichnis kopiert und gestartet. Danach werden zunächst die wichtigsten Parameter (Rufzeichen, Locator, etc.) auf dem Reiter ‚System‘ eingetragen (Bild 4) um danach auf den Reiter ‚Modem ‚ umzuschalten und die passenden Parameter für die Kommunikation der Platine mit dem TRX einzutragen.Hier sind die Parameter zu sehen, die für den Betrieb mit dem FT-817 ganz gut funktionieren. (Bild 5) Hierbei muss ggf. ein wenig probiert werden, um die optimalen Einstellungen für den ‚TX-Pegel‘ und die ‚TX-Verzögerung‘ zu finden. Achtung! Nach Änderungen an diesen Parametern muss immer der Button ‚Zuweisen‘ gedrückt werden, um die Änderungen auf der Platine zu aktivieren. Prinzipell können alle TRX zum Einsatz kommen, die mit einem 9k6-Datenstrom klar kommen.

Sind alle Einstellungen vorgenommen, kann’s losgehen.

Systemreiter der DV-RPTR-Platine

Bild4: Reiter: System DV-RPTR Control Center

Auf den Reitern ‚Reflectors‘ und ‚X-Net‘ wird nun eingestellt, wohin die vom D-Star-Gerät ausgesende NF übertragen werden soll. Hierzu gibt es fast unbegrenzte Möglichkeiten.

Für den Newcomer auf D-Star ist die Vielfalt der Möglichkeiten und angebotenen Netze und Reflektoren am Anfang recht verwirrend. Mit Begriffen wie ‚Linking‘, ‚Callsign Routing‘, ‚ircDDB‘, ‚X-Trust‘, ‚X-Reflectoren‘, ‚DPlus-Net‘ und anderen, muss sich der D-Star Neuling erst einmal auseinandersetzen, um die richtigen ‚Knöpfe‘ zu drücken und dann die ersten Erfolgserlebnissse zu haben. Die Recherche im Internet ist oft auch nicht sonderlich aufschlußreich, da eine Vielzahl von Publikationen und Erklärungen zum Thema nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind. Hier gilt es einfach mal zuzuhören, was sich so im D-Star-Netz tut, welche Diskussionen es gibt und auch selbst mal nachzufragen, wenn man irgendetwas noch nicht ganz verstanden hat. I.d.R. findet sich immer ein freundlicher OM, der gerne Auskunft gibt.

Die Platine bietet auf den insgesamt 10 Reitern noch eine Reihe weiterer Features und Einstellmöglichkeiten, die in der Anwendung viel Spaß bereiten und zum Experimentieren einladen, hier aber nicht im Detail beschrieben werden sollen.Zur Ergänzung seien hier noch einige genannt:

  • Senden der Locatordaten an einen APRS-Server und Darstellung der eigenen Position im APRS-Netz
  • Betrieb im ‚Exklusiven Dongle Mode‘ d.h. nur mit dem eigenen Rufzeichen kann über den HotSpot gearbeitet werden
  • abschaltbarer Roger-Piep
  • Aufzeichnung der Historie von QSO-Daten
  • Watchlist für bis zu 10 Rufzeichen mit der Möglichkeit der akustischen Benachrichtigung
  • Linklisten für X-Reflectors, DPlus-Netz, DCS-Reflectors im X-Net sowie angeschlossene Rufzeichen
  • Anzeige der Bitfehlerrate als S-Meter-Balken auf der Grundmaske
  • Verbindung ins HAM-Net und grafische Darstellung der QSO-Partner in Google Maps
  • Möglichkeit des Aufzeichnens von QSO’s
  • Einrichten einer Zeitansage-Bake in wählbaren Abständen
  • Statistikdaten zu Sende- und Empfangsaktivitäten numerisch und graphisch dargestellt
  • Vorbereitet für den Huckepack-Betrieb eines Zweibandsendeempfängers UHF/VHF mit 1 Watt Sendeleistung
  • Vorbereitet für die Aufnahme eines AMBE-Boards, so dass auch ohne D-Star-Gerät ins D-Star-Netz gesendet werden kann

Für weitergehende Informationen sind noch folgende Links empfohlen:

Modem-Reiter DV-RPTR-Platine

Bild5: Reiter: Modem DV-RPTR Control Center

An dieser Stelle herzlichen Dank an alle diejenigen OM’s, die an der Entwicklung, Erprobung und der Verbreitung dieser schönen Baugruppe beteiligt waren und weiterhin sind. Wir dürfen gespannt sein, was bei der Weiterentwicklung dieser interessanten Betriebsart noch alles kommt und welche Entwicklungen es noch geben wird.

73 – Thomas, DG8SF

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